|
|
Zu diesem Band Jeder Erzähltext ist das Ergebnis einer sorgfältigen
Konstruktionsarbeit. Erzähltheorien wollen die Bedingungen dieser Herstellung
rekonstruieren und den Konstruktionsprozess modellhaft transparent machen.
Als angewandte literaturwissenschaftliche Methode ist jede Erzähltextanalyse,
die sich ihrerseits an einer Erzähltheorie orientiert, kein Selbstzweck: Sie
ist vielmehr eine Heuristik, eine Methode des kontrollierten
Beschreibens und Befragens, die eine verlässliche Grundlage legen will für
das, was nach wie vor als Kerngeschäft aller Philologien gelten kann – die Deutung
von Texten, also Hermeneutik. Der vorliegende Band zur Einführung in die
Erzähltextanalyse möchte ein narratologisch fundiertes begriffliches und
methodisches Instrumentarium an die Hand geben, mit dem die – größtenteils,
aber nicht durchweg – vorinterpretative Erkundung und Beschreibung eines
erzählenden Textes systematisch durchgeführt werden kann. Gerade der bewusste
Verzicht auf eine Textdeutung lässt hervortreten, was konkrete Erzähltexte
als Mitglieder der Gattung Epik verbindet: eine Vielfalt formaler und
gestalterischer Techniken und Verfahren, die in dieser Kombination nur der
narrativen Repräsentation zur Verfügung stehen.
|
||||||||||