Zu diesem Band

 

Jeder Erzähltext ist das Ergebnis einer sorgfältigen Konstruktionsarbeit. Erzähltheorien wollen die Bedingungen dieser Herstellung rekonstruieren und den Konstruktionsprozess modellhaft transparent machen. Als angewandte literaturwissenschaftliche Methode ist jede Erzähltextanalyse, die sich ihrerseits an einer Erzähltheorie orientiert, kein Selbstzweck: Sie ist vielmehr eine Heuristik, eine Methode des kontrollierten Beschreibens und Befragens, die eine verlässliche Grundlage legen will für das, was nach wie vor als Kerngeschäft aller Philologien gelten kann – die Deutung von Texten, also Hermeneutik.

 

Der vorliegende Band zur Einführung in die Erzähltextanalyse möchte ein narratologisch fundiertes begriffliches und methodisches Instrumentarium an die Hand geben, mit dem die – größtenteils, aber nicht durchweg – vorinterpretative Erkundung und Beschreibung eines erzählenden Textes systematisch durchgeführt werden kann. Gerade der bewusste Verzicht auf eine Textdeutung lässt hervortreten, was konkrete Erzähltexte als Mitglieder der Gattung Epik verbindet: eine Vielfalt formaler und gestalterischer Techniken und Verfahren, die in dieser Kombination nur der narrativen Repräsentation zur Verfügung stehen.

 

Grafikdownload

 

Die zahlreichen Grafiken, mit denen in unserem Band die schematischen Beziehungen zwischen den narratologischen Kategorien und systematischen Ebenen illustriert werden, können Sie zur nichtkommerziellen Nutzung hier kostenfrei herunterladen (Lizenz gemäß http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/de/)  

 

Silke Lahn und Jan Christoph Meister

April 2026